Herzlich Willkommen.

 

/

 

Friedensgebet_1080_608_allgemein

 

Masken:

Während des gesamten Aufenthaltes im Kirchgemeindezentrum, auch zu den Gottesdiensten, ist der Gebrauch eines Mund-Nasen-Schutzes nun nicht mehr verpflichtend. Bitte lassen Sie auch weiterhin die allgemeinen Regeln der Hygiene und des Abstands gelten.

 

 

AndachtBild10

Für den November kommt der Monatsspruch aus dem Prophetenbuch Jesaja: „Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!“ (Kap.5, Vers 20).

Der Prophet warnt – in meiner Vorstellung wie so eine genervte Mutter, die sich mit ihrem Kind auseinanderzusetzen hat, das gerade provozieren und Grenzen ausreizen für sich entdeckt hat: „Wehe!!! Wenn du DAS machst!!!“ – der Prophet warnt. Wenn ihr DAS macht, dann könnt ihr was erleben!“

Er warnt davor, Dinge ins Gegenteil verkehren zu wollen – also Gutes böse und Böses gut zu nennen. Die Propheten im Alten Testament haben aber nicht einzelne Menschen angesprochen. Sie haben sich immer an eine größere Gruppe gewandt, z.B. das Volk Juda oder das Volk Israel. Die „Wehe!“-Rufe sind aber Wirklichkeit schon gar keine Warnungen mehr. Sondern es sind eigentlich Klagen, so als ob es schon zu spät für Warnungen wäre. Das Volk ist dem Untergang geweiht, meint der Prophet Jesaja, weil es sich von Gottes Wegen abgewendet und stattdessen fragwürdige politische Bündnisse geschlossen hat, die ihm opportun und vor allem sicherer erschienen. Aber am Ende wird es sich das für das Gottesvolk als fatale Fehlentscheidung herausgestellt haben. Politik, Religion und der kollektive Glaube sind zur Zeit des Alten Testaments ganz stark miteinander verwoben.

Für das Deutschland in der Gegenwart unvorstellbar. Zwar ist da eine Pastorentochter Merkel die langjährige Regierungschefin und ein ehemaliger Pfarrer Gauck wird sogar Bundespräsident. Was sie tun? Regierungsgeschäfte führen und repräsentieren, im besten Falle „zum Wohle des Deutschen Volkes“ und zumindest innerhalb der Grenzen, die das Grundgesetz absteckt. Was sie nicht tun: Gottes Willen verkündigen. Und aus guten Gründen leben wir in der Gegenwart eben nicht in einem Gottesstaat, in dem „die“ Religion unmittelbar die Gesetze und die Verfassung schreibt.

Im Umkehrschluss gehört es aber zu den Freiheiten der Menschen, vielleicht sogar zu ihren Pflichten, nicht müde zu werden und den Mund aufzumachen. Wenn Böses gut und Gutes böse genannt wird. Von Politikern. Regierenden. Verantwortlichen. Von Nachbarn. Kollegen. Gottesdienstbekannten.

Nicht still sitzenbleiben, sondern mit Mumm, beherzt und friedlich, aber durchaus penetrant wie die sprichwörtliche Stubenfliege sein. So dass Gutes gut bleibt, Licht Licht und Süßes süß. So dass man Prophet und Prophetin ist, wo es nötig ist.

 

Herzlich, dein/Ihr Pastor

Matthias Lefers